Heizungsgesetz 2026: Was Hausbesitzer jetzt wirklich wissen müssen

18. Mai 2026

Das Thema Heizungsgesetz sorgt weiterhin für viele Fragen und Unsicherheiten bei Hausbesitzern. Muss die alte Gasheizung raus? Ist die Wärmepumpe jetzt Pflicht? Lohnt sich Warten? Und welche Förderungen gibt es eigentlich noch?

Fest steht: Auch 2026 bleibt das Thema Heizungstausch in Bewegung. Gleichzeitig kursieren viele Halbwahrheiten und Missverständnisse. Wir geben Ihnen einen verständlichen Überblick über die aktuell wichtigsten Änderungen und Entwicklungen rund um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und das geplante neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG).

Wird das Heizungsgesetz 2026 abgeschafft?

Nicht direkt. Aktuell plant die Bundesregierung, das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) durch ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) zu ersetzen.

Das Ziel:
• weniger starre Vorgaben
• mehr Technologieoffenheit
• einfachere Regelungen für Eigentümer

Die bekannte „65-%-Regel“ soll entfallen

Bisher gilt: Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Genau diese Vorgabe soll künftig wegfallen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass fossile Heizungen dauerhaft uneingeschränkt genutzt werden können. Statt direkter Verbote soll künftig stärker über CO₂-Kosten, Brennstoffvorgaben und Wirtschaftlichkeit gesteuert werden.

Darf man 2026 noch eine Gasheizung einbauen?

Ja — grundsätzlich schon. Auch künftig sollen Gas- und Ölheizungen weiterhin möglich bleiben.

Wichtig dabei: Neue fossile Heizungen sollen ab 2029 schrittweise mit klimafreundlichen Brennstoffen betrieben werden müssen.

Was bedeutet die sogenannte „Bio-Treppe“?

Die geplante „Bio-Treppe“ ist aktuell eines der wichtigsten Themen im neuen Gesetz.

Geplant ist: Neue Gas- oder Ölheizungen müssen künftig zunehmend mit erneuerbaren Brennstoffen wie Biomethan oder Bioheizöl betrieben werden.

Der geplante Stufenplan:
• ab 2029: mindestens 10 % erneuerbare Brennstoffe
• ab 2035: rund 30 %
• ab 2040: bis zu 60 %

Für Hausbesitzer bedeutet das: Gasheizungen bleiben zwar möglich — die Betriebskosten könnten langfristig jedoch deutlich steigen.

Müssen bestehende Heizungen ausgetauscht werden?

Nein. Eine funktionierende Gas- oder Ölheizung darf weiterhin betrieben und repariert werden. Es gibt aktuell keine allgemeine Austauschpflicht für bestehende Heizungen.

Erst beim Austausch einer alten Anlage greifen die jeweils gültigen gesetzlichen Vorgaben.

Bleibt die Förderung für Wärmepumpen bestehen?

Nach aktuellem Stand ja. Die Förderung für moderne Heizsysteme — insbesondere Wärmepumpen — soll zunächst bestehen bleiben. Teilweise sind weiterhin hohe Zuschüsse möglich.

Wie genau zukünftige Förderungen ausgestaltet werden, ist allerdings noch nicht abschließend entschieden.

Unser Tipp für Hausbesitzer: Nicht aus Angst entscheiden

Die Diskussion rund um das Heizungsgesetz sorgt verständlicherweise für Unsicherheit. Gleichzeitig ist jede Immobilie anders.

Die richtige Lösung hängt unter anderem ab von:
• Alter und Zustand des Hauses
• vorhandener Heiztechnik
• Dämmung
• Budget
• Zukunftsplänen
• regionaler Wärmeplanung

Deshalb lohnt sich keine Schnellentscheidung — sondern eine individuelle Beratung mit Blick auf Technik, Wirtschaftlichkeit und Zukunftssicherheit.

Fazit: 2026 bringt mehr Flexibilität — aber keine komplette Entwarnung

Auch wenn das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz mehr Freiheiten schaffen soll, bleibt das Thema energetisches Heizen langfristig relevant.